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Manaus

Manaus, die 2 Millionen Stadt im Herzen des Amazonas. Umgeben vom dichten Regenwald, dient sie als Einstiegspunkt für viele Expeditionen und Abenteuerlustige. Die Stadt selbst hat außer der Oper und dem Kautschukpalast eher weniger zu bieten. Längst vorbei ist die Zeit, in der die Kautschukbarone dort das Leben in vollen Zügen genossen.

Die Häuser und Fassaden machen einen eher heruntergekommenen Eindruck. Auf den Straßen und am Hafen pulsiert das Leben. Es gibt kaum etwas, was man nicht irgendwo angeboten bekommt.

Vor allem die vielen Obsthändler versuchen ihre Bananen, Melonen usw. an den Mann zu bekommen. Die Hitze in den Straßen ist trotz Wolken am Himmel kaum erträglich. Selbst die Einheimischen huschen hier von Schatten zu Schatten oder benutzen ihre farbigen Regenschirme als Sonnenschutz. Das Quecksilber zeigt mehr als 40 Grad im Schatten. Nur am Hafen weht eine kleine Brise, die aber nur wenig Abkühlung mit sich bringt.

Dort reihen sich die vielen Transportschiffe, die von hier aus Personen und Nahrungsmittel in die entlegensten Urwalddörfer bringen. Fahrten von mehreren Tagen sind hier keine Seltenheit. An Deck der einzelnen Schiffe reihen sich Hängematte an Hängematte. Kaum vorstellbar, wie hier teilweise mehr als 100 Personen Platz zum schlafen finden. Ganz abgesehen vom nächtlichen Lärm der Dieselmotoren.

Die riesigen Mauern, an denen die Treppen zum Hafen hinabführen, lassen erkennen, wie hoch hier das Wasser während der Regenzeit steigt. Gleich oberhalb des Hafens steht eine Halle, in der verschiedenste Obstsorten, Gewürze und vor allem fangfrische Meerestiere angeboten werden. Die Menschenmassen und die hohen Temperaturen hier ließ einem fast die Luft anhalten.

Beim Anblick der dargebotenen Meeresbewohner kam einem der ein oder andere aus unseren heimischen Aquarien sehr vertraut vor. Diskusfische konnte ich hier zum Glück keine finden.

Nur wenige Bootsminuten von Manaus entfernt, kann man eines der größten Naturschauspiele im Amazonas begutachten. Das „Meeting of the water“, der Zusammenfluss des Rio Negro mit dem Rio Solimões. Beide Flüsse fliesen hier auf einer Länge von über 4 km nebeneinander her, bevor sie sich dann miteinander vermischen und den Amazonas bilden. Dieses Schauspiel lässt sich auf die doch recht großen Unterschiede der Wassertemperatur zurückführen. Den Flussdelphinen scheint es auf jeden Fall riesigen Spaß zu machen, durch die verschiedenen Flüsse zu tümpeln.

Gleichzeitig macht an den ruhigeren Uferzonen die wohl bekannteste Seerosenart, die „Victoria Regia“, auf sich aufmerksam.

Ihre Blätter erreichen nicht selten einen Durchmesser von mehr als einem Meter.
Dagegen scheinen ihre Blüten eher klein und unscheinbar.

Auf den Bäumen am Ufer lässt sich bei genauerem hinsehen auch so mancher Affe blicken. Meistens sind diese scheuen Tiere aber nicht lange zum Begutachten. Mehr Zeit lässt einem dann doch das Faultier. Wie der Name schon sagt, hat es diese Spezie nicht wirklich eilig. Leider sind sie im dichten Grün der Bäume nur sehr schwer ausfindig zu machen. Hier wird einem erst der fließende Übergang vom Urwald zur Stadt bewusst.

Was jeden Diskusliebhaber natürlich am meisten interessieren würde, wäre eine Exportstation in Manaus. Leider war so eine nicht ganz einfach ausfindig zu machen. Schon von Deutschland aus versuchte ich an eine Adresse heranzukommen. Doch leider ohne Erfolg. In Manaus habe ich mir dann einfach ein Taxi genommen und dem Fahrer ein Bild von einem Diskus gezeigt. Das erste was er dann ansteuerte war eine kleine Zoohandlung mit nur wenigen Aquarien. In einem dieser Becken schwammen 2 Heckel-Diskus in erbärmlichem Zustand. Alleine schon die Vergesellschaftung mit Goldfischen konnte nichts Gutes heißen.

Ich versuchte meinem Fahrer klar zu machen, dass ich eigentlich etwas anderes sehen wollte. Das war nicht gerade einfach aufgrund der Verständigungsprobleme. Auch die folgenden Stationen, die er anfuhr, waren nicht sehr vielversprechend. Nachdem wir dann schon fast den halben Tag in der Stadt unterwegs waren, bekamen wir einen Tipp von einem Zoohändler. Dieser kannte einen Exporteur ca. 1 Stunde außerhalb von Manaus. Voller Vorfreude bat ich ihn, diesen anzurufen, um nachzufragen, ob ein Besuch der Station möglich wäre. Leider hatte der Exporteur erst spät abends für uns Zeit und mein Flieger ging schon um 16.00 Uhr. Deshalb an dieser Stelle auch mein Tipp für alle, die so etwas auch einmal vorhaben: viel viel viel Zeit mitbringen.